Mängel und Gewährleistung bei Gebrauchtwagen

– welche Rechte stehen Ihnen als Käufer gegen den Verkäufer zu?

Gebrauchtwagen werden vor allem deshalb gekauft, da sich in Vergleich zu Neuwagen erheblich sparen lässt und der Wertverlust meist deutlich geringer ausfällt. Dafür besteht aber natürlich stets das höhere Risiko, dass etwas an dem Fahrzeug kaputt geht. Denn nicht selten entpuppt sich der vermeintliche Traumwagen schon bald nach dem Kauf als echte Rostlaube.

Welche Rechte Sie als Käufer gegen den Verkäufer haben, hängt dabei meist von den Umständen des Einzelfalls ab.

Kauf vom Händler oder von privat?

Entscheidende Weichenstellung ist zunächst, ob Sie den PKW von einem Händler oder von privat gekauft haben. Denn Privatleute haben beim Verkauf eines Gebrauchtwagens die Möglichkeit, die Gewährleistung für Sachmängel vollständig auszuschließen. Anderes gilt nur dann, wenn dem Verkäufer die Mängel bekannt sind. Dann darf er diese natürlich nicht arglistig verschweigen.

Gebrauchtwagenhändler können die Mängelgewährleistung dagegen nicht vollständig ausschließen, wenn Sie den PKW an einen Verbraucher verkaufen. Verbraucher ist dabei jede natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu einem Zwecke abschließt, der weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden kann (§ 13 BGB). Verkauft der Händler das Fahrzeug, so muss er als Unternehmer für das Fahrzeug mindestens eine Gewährleistung für ein Jahr übernehmen.

Das heißt, dass der Verkäufer ein Jahr lang dafür einstehen muss, dass das Fahrzeug bei Übergabe frei von Sachmängeln war. Zeigt sich innerhalb dieses Jahres ein Mangel, haftet der Verkäufer nur dann, wenn der Mangel bereits bei Übergabe vorhanden war und sich lediglich später gezeigt hat.

Käufer muss den Mangel am Gebrauchtwagen beweisen

Dass der Mangel bereits bei der Übergabe angelegt war, muss der Käufer beweisen. Von Vorteil für den Käufer ist dabei jedoch, dass bei Mängeln, die innerhalb der ersten sechs Monate nach Übergabe auftreten, durch das Gesetz vermutet wird, dass diese auch schon bereits bei der Übergabe des Fahrzeugs vorhanden waren (§ 476 BGB).

Voraussetzung für die Geltendmachung von Gewährleistungsrechten ist jedoch, dass der Käufer beweisen kann, dass tatsächlich ein Mangel im rechtlichen Sinne vorliegt. Dies ist grob gesagt zunächst immer dann der Fall, wenn der Pkw von der sog. vereinbarten Beschaffenheit abweicht. Wird das Fahrzeug bspw. als „unfallfrei“ beschrieben und es stellt sich später heraus, dass es sich um einen Unfallwagen handelt, liegt ein Mangel unproblematisch vor.

Mangel oder Verschleiß?

Wird hingegen nichts ausdrücklich vereinbart, kommt es darauf an, ob beispielsweise der aufgetretene Defekt bei einem Fahrzeug dieses Alters und mit entsprechender Laufleistung als „üblich“ anzusehen ist. Der der Käufer eines Gebrauchtwagens kann selbstverständlich nicht verlangen, dass das gekaufte Fahrzeug in jedem Punkt der Qualität eines Neuwagens entspricht. Vielmehr ist das, was der Käufer des PKW erwarten kann, von dem Alter und der Laufleistung (Kilometerstand) des Gebrauchtwagens abhängig. Je älter das Fahrzeug ist und je mehr er gelaufen ist, desto wahrscheinlicher ist es natürlich auch, dass etwas kaputt geht. Dann handelt es sich jedoch nicht um einen Mangel, sondern schlicht um Verschleiß, für den der Verkäufer nicht haftet.

Verkäufer zur Mängelbeseitigung auffordern

Liegt ein Mangel vor, stehen Ihnen als Käufer die die sog. Mängelgewährleistungsrechte zu, wie beispielsweise ein Anspruch auf Minderung des Kaufpreises oder auf Rücktritt vom Kaufvertrag.

Bevor Sie jedoch bspw. vom Kaufvertrag zurücktreten können, müssen Sie dem Verkäufer auffordern, den Mangel innerhalb einer „angemessenen Frist“ zu beseitigen. Denn das Gesetz sieht vor, dass der Verkäufer zunächst immer die Möglichkeit haben soll, den Mangel zu beheben (soweit dies technisch möglich ist). Sollte sich der Verkäufer weigern oder die Frist verstreichen lassen, können Sie weitere Rechte geltend machen.

Jetzt individuelles Aufforderungsschreiben an den Verkäufer erstellen

Rechtsanwalt Dr. Hoffmann erlebt in seiner Praxis immer wieder, dass die Aufforderung zur Mängelbeseitigung nicht ausdrücklich erfolgt und oft auch nicht nachgewiesen werden kann. Weiter unten auf dieser Seite finden Sie daher einen Generator, mit dem Sie in wenigen Schritten eine individuelle Aufforderung an den Verkäufer erstellen können. Mit diesem Schreiben können Sie sicher sein, dass Ihre Aufforderung an den Verkäufer, den Mangel zu beseitigen, rechtssicher verfasst ist und Sie so Ihr Recht optimal durchsetzen. Zudem besteht für Sie kein Kostenrisiko: Sollten Sie trotz des Schreiben Hilfe vom Rechtsanwalt benötigen, werden die Kosten des Schreibens bei einer späteren Beauftragung von Rechtsanwalt Dr. Hoffmann vollständig angerechnet.

In dieser Situation ist das Schreiben für Sie richtig:

  • Sie haben einen Gebrauchtwagen von einem Händler gekauft
  • Sie kennen den Namen und die Anschrift des Verkäufers
  • Sie haben nach der Übergabe Mängel an dem Fahrzeug festgestellt
  • der oder die Mängel können auch tatsächlich behoben werden (bspw. nicht möglich, wenn sich herausgestellt hat, dass das Fahrzeug einen Unfallschaden hatte)
  • Sie haben den Verkäufer bisher noch nicht schriftlich zur Mängelbeseitigung aufgefordert

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Sie wollen lieber direkt anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen? Rechtsanwalt Dr. Hoffmann aus Kiel hilft Ihnen auch bundesweit bei allen Rechtsfragen rund um den Kauf und Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen. Rufen Sie am besten gleich an!

Aufforderung zur Mängelbeseitigung am KFZ 1/2

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