Hilfe gegen Inkassomahnung

Hepativa – Zahlungsaufforderung erhalten? Hilfe vom Anwalt

Hepativa-Zahlungsaufforderung über 35 € (Nährstoffreport) erhalten? Anbieter ist die Solvenis Limited in Hongkong. Anwalt Dr. Hoffmann erklärt, warum die Forderung häufig unberechtigt ist und wie Sie sie abwehren.

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Hepativa – Ratgeber von Kanzlei Hoffmann
Hintergrund

Was ist Hepativa?

Hepativa ist ein kostenpflichtiges Online-Angebot, das einen „persönlichen Nährstoff- und Vitaminreport“ verkauft — eine automatisierte Auswertung auf Basis von Quiz-Antworten, abgerechnet als Einmalkauf von 35 €. Tatsächliche Anbieterin ist nach den AGB die Solvenis Limited mit Sitz in Hongkong; das Geld soll auf ein Konto der Fidio B.V. (belgische IBAN) überwiesen werden. Der Verbraucher hat es also mit drei Ebenen zu tun: der Marke Hepativa, der Anbieterin in Hongkong und einem Zahlungsempfänger im Ausland.

Eine ladungsfähige inländische Anschrift nennt Hepativa nicht; als Kontakt dient nur eine support-E-Mail. Wer eine solche Zahlungsaufforderung erhält, kann sich häufig an keinen bewusst geschlossenen, kostenpflichtigen Vertrag erinnern.

Dass eine Rechnung existiert, sagt noch nichts darüber aus, ob die Forderung berechtigt ist.

Verbraucherin liest eine Zahlungsaufforderung von Hepativa
Rechnung und Smartphone mit Vitamin-App — Hepativa-Zahlungsaufforderung
Die Mahn-Eskalation

Wie läuft die Forderung von Hepativa ab?

Nach den mir vorliegenden Unterlagen folgt die Sache einem typischen Ablauf: Auf die erste Rechnung über 35 € folgen bei ausbleibender Zahlung Mahnungen mit jeweils 5 € Mahngebühr, so dass der Gesamtbetrag auf 45 € steigt. Die „letzte außergerichtliche Zahlungsaufforderung“ droht dann mit der Übergabe an ein Inkassobüro und beziffert die Forderung — unter Verweis auf Verzugszinsen (§§ 286, 288 BGB), Anwaltsgebühren und pauschale Mahnkosten — auf „mindestens 168,40 €“, zuzüglich eines angedrohten SCHUFA-Eintrags.

Diese Zahlen sollen Druck aufbauen. Sie setzen aber alle dasselbe voraus: eine wirksame, fällige Forderung und echten Zahlungsverzug. Fehlt es daran, gibt es weder Verzugszinsen noch erstattungsfähige Anwalts- oder Mahnkosten.

Meine Empfehlung Zahlen Sie nicht aus reiner Verunsicherung — auch nicht die „nur“ 35 oder 45 €. Reagieren Sie ausschließlich schriftlich, am besten per Einschreiben, und geben Sie kein Schuldanerkenntnis ab.

Warum angreifbar

Ist die Forderung von Hepativa überhaupt berechtigt?

Wer sich an keinen bewussten Kauf erinnert, sollte die Forderung kritisch prüfen lassen. Bei im Internet geschlossenen Verträgen trägt die Anbieterin die Beweislast dafür, dass überhaupt ein wirksamer, kostenpflichtiger Vertrag zustande gekommen ist. Nach § 312j BGB muss die Bestellschaltfläche eindeutig und unmissverständlich auf die Zahlungspflicht hingewiesen haben („Zahlungspflichtig bestellen“). Gelingt dieser Nachweis nicht, besteht keine Zahlungspflicht.

Hepativa lässt sich zwar auf ein Häkchen berufen, mit dem der Nutzer dem sofortigen Leistungsbeginn zugestimmt und auf sein Widerrufsrecht verzichtet habe (§§ 356, 357a BGB). Ein solcher Verzicht greift jedoch nur bei einem wirksamen Vertrag und einer ordnungsgemäßen Belehrung. In den AGB heißt es zudem, es gelte „Recht von Hongkong“ — doch wenn sich ein Anbieter mit deutschsprachiger Seite, .de-Domain und Euro-Abrechnung gezielt an deutsche Verbraucher richtet, bleibt der Schutz des zwingenden deutschen Verbraucherrechts erhalten; eine solche Rechtswahlklausel kann ihn nicht aushebeln.

Ihr Hebel

So sollten Sie auf Hepativa reagieren

Reagieren Sie schriftlich und nachweisbar. Widersprechen Sie der Forderung, ohne ein Schuldanerkenntnis abzugeben, und erklären Sie vorsorglich den Widerruf. Verlangen Sie die Löschung Ihrer Daten. Überweisen Sie nichts auf das genannte Auslandskonto der Fidio B.V. Reagieren Sie auf ein etwaiges Inkasso-Schreiben sachlich; erst gegen einen gerichtlichen Mahnbescheid müssen Sie fristgerecht innerhalb von zwei Wochen Widerspruch einlegen.

Auch die SCHUFA-Drohung läuft ins Leere: Eine bestrittene Forderung darf nicht ohne Weiteres gemeldet werden. Und der Sitz der Anbieterin in Hongkong macht eine gerichtliche Durchsetzung einer 35-Euro-Bagatelle in Deutschland ohnehin höchst unwahrscheinlich. Sie müssen sich mit Hepativa aber nicht allein auseinandersetzen — ich übernehme auf Wunsch die Korrespondenz für Sie.

Was Sie jetzt tun können:

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Wer Mahnungen und Inkassobriefe ignoriert, riskiert, dass aus einer zweifelhaften Forderung ein gerichtlicher Mahnbescheid wird. Ab dem Moment zählt nicht mehr, ob die Forderung berechtigt war, sondern nur noch, ob Sie rechtzeitig Widerspruch eingelegt haben.

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Einfach bezahlen

Wer unter Druck zahlt, ohne die Forderung zu prüfen, finanziert im schlimmsten Fall unseriöse Anbieter. Außerdem signalisieren Sie mit einer Zahlung, dass Sie zahlungsbereit sind — und stehen schnell wieder auf der Liste für die nächste Rechnung oder eine ungewollte Vertragsverlängerung.

Der richtige Weg: prüfen und rechtssicher abwehren
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Sympathisch, immer erreichbar für offene Fragen. Ein Klasse-Anwalt — gerne wieder und nur zu empfehlen!
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Häufige Fragen zu Hepativa

Anbieter ist laut AGB die Solvenis Limited mit Sitz in Hongkong (Flat 5, 4/F, Won Hing Building, 74-78 Stanley Street, Central) — bemerkenswerterweise dieselbe Adresse, unter der auch andere Online-Abo-Anbieter firmieren. Angeboten wird eine kostenpflichtige „digitale Online-Analyse" — ein „persönlicher Nährstoff- und Vitaminreport" auf Basis von Quiz-Antworten für rund 35 €. Als Kontakt findet sich nur eine support-E-Mail; eine ladungsfähige inländische Anschrift fehlt.
Wer sich an keinen kostenpflichtigen Kauf erinnert, sollte nicht vorschnell zahlen. Bei im Internet geschlossenen Verträgen muss der Anbieter beweisen, dass ein wirksamer, kostenpflichtiger Vertrag zustande gekommen ist — insbesondere muss der Bestellbutton eindeutig auf die Zahlungspflicht hingewiesen haben (§ 312j BGB). Gelingt dieser Nachweis nicht, besteht keine Zahlungspflicht.
In aller Regel ja. Richtet ein Anbieter sein Angebot gezielt an deutsche Verbraucher (deutschsprachige Seite, .de-Domain, Abrechnung in Euro), bleibt dem Verbraucher der Schutz des zwingenden deutschen Verbraucherrechts erhalten — eine Rechtswahlklausel zugunsten von Hongkong kann diesen Schutz nicht einfach aushebeln. Die Beweislast für einen wirksamen Vertrag und die Vorgaben zur Button-Lösung gelten dann weiter.
Bei Verbraucherverträgen im Internet besteht grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht (§§ 355, 312g BGB). Ein von der Gegenseite behauptetes „Erlöschen" des Widerrufsrechts wegen sofortiger Leistungserbringung setzt einen wirksamen Vertrag und eine ordnungsgemäße Belehrung voraus. Erklären Sie den Widerruf vorsorglich und schriftlich.
Angekündigt werden meist weitere Zahlungsaufforderungen und die Übergabe an ein Inkasso-Büro. Lassen Sie sich davon nicht einschüchtern: Solange Sie der Forderung schriftlich widersprechen, bleibt sie streitig. Der geringe Betrag von rund 35 € und der Sitz in Hongkong machen eine gerichtliche Durchsetzung in Deutschland zudem wirtschaftlich unwahrscheinlich. Erst ein gerichtlicher Mahnbescheid erfordert schnelles Handeln — dann haben Sie zwei Wochen Zeit für den Widerspruch.
Ein Schufa-Eintrag droht nur bei einer unbestrittenen Forderung. Sobald Sie der Forderung schriftlich widersprechen, ist sie streitig und darf nicht ohne Weiteres gemeldet werden. Mein Schreiben stellt die Forderung automatisch streitig.
Den Festpreis sehen Sie oben in den beiden Optionen-Karten. Mit dem Musterschreiben wehren Sie die Forderung selbst ab; bei Beauftragung übernehme ich die Korrespondenz mit Anbieter und Inkasso komplett.
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