Prodefacto Forderungsmanagement – Mahnung für Credita erhalten? Hilfe vom Anwalt
Mahnung von Prodefacto Forderungsmanagement für Credita? Rechtsanwalt Dr. Hoffmann erklärt, ob Sie zahlen müssen und wie Sie richtig reagieren.

Im Briefkasten liegt ein Schreiben der Prodefacto Forderungsmanagement GmbH aus Osnabrück? Es heißt, die Firma sei von der Credita Forderungsmanagement GmbH beauftragt, eine Forderung einzuziehen, über 250 Euro, davon mehr als 55 Euro Inkassokosten. Gleichzeitig bezieht sich das Schreiben auf einen Vertrag, an den Sie sich vielleicht nur dunkel erinnern. Seit Sommer 2026 melden sich Betroffene mit genau diesem Schreiben bei mir. Ich erkläre auf dieser Seite, wer Prodefacto Forderungsmanagement ist, was ein solches Schreiben enthält und wo Sie ansetzen können. Wer direkt reagieren möchte: Eine Vorlage für Ihr Schreiben an Prodefacto Forderungsmanagement können Sie hier herunterladen.
Wer ist Prodefacto Forderungsmanagement, und was ist Credita?
Die Prodefacto Forderungsmanagement GmbH ist ein Inkassounternehmen mit Sitz in Osnabrück. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Osnabrück eingetragen und gibt im Impressum an, als Inkassodienstleister registriert zu sein, mit dem Bundesamt für Justiz als Aufsicht. Im Briefkopf wirbt sie mit der Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen und einer Partnerschaft mit der SCHUFA Holding AG. Ihre Website nennt Mahnwesen, Inkasso und den Ankauf von Forderungen, als Kunden sind Energieversorger, Nahverkehrsunternehmen und Verlage genannt. Mit einem Briefkastenbüro hat das nichts zu tun.
Die Credita Forderungsmanagement GmbH sitzt unter derselben Anschrift und gehört nach Darstellung von Prodefacto zum selben Unternehmensverbund. Nach den Registerdaten wurde sie 2006 unter anderem Namen gegründet und 2009 umbenannt, in früheren Jahren war Prodefacto sogar ihre Gesellschafterin. In den Schreiben, die mir vorliegen, tritt Credita als Gläubigerin auf. Sie soll die Forderung von dem Unternehmen übernommen haben, mit dem Sie angeblich den Vertrag geschlossen haben. Prodefacto zieht das Geld nur ein. Wer der ursprüngliche Vertragspartner war, nenne ich hier nur kurz: In dem Fall, der mir vorliegt, war es die spanische GCS-Europe S.L. Zu ihr schreibe ich gesondert.
Das Schreiben (Juli 2026): Gesamtbetrag 256,87 Euro, Frist zwölf Tage, Zahlung nur an Prodefacto. Persönliche Daten und Kontoverbindung sind geschwärzt.
Rückseite: Die Kostenaufstellung nach § 13a RDG und die Forderungsübersicht. Kundennummer und Rechnungsnummer sind geschwärzt.
Was steht im Schreiben von Prodefacto Forderungsmanagement?
Das Schreiben ist mit „Credita Forderungsmanagement GmbH ./. Ihr Name" überschrieben, dazu steht der „ehemalige Vertragspartner". Es behauptet, Sie hätten online einen Dienstleistungsvertrag über die Vermittlung einer VisaCard geschlossen, die Jahresgebühr betrage 199 Euro, Sie seien „trotz Mahnungen" nicht nachgekommen, und der Anspruch sei abgetreten worden. Verlangt wird ein Gesamtbetrag von 256,87 Euro, zu zahlen binnen zwölf Tagen auf ein Konto der Prodefacto, alternativ per QR-Code mit SEPA, PayPal oder Karte. Unterschrieben ist es nicht, es wurde „maschinell erstellt".
Auf der Rückseite folgt die Kostenaufstellung, die ein Inkassounternehmen nach § 13a RDG liefern muss. Zur Hauptforderung von 199,00 Euro kommen 46,35 Euro Geschäftsgebühr, 9,27 Euro Pauschale und gut zwei Euro Zinsen. Die Rechnung geht auf. Die Frage ist nur, ob die Posten überhaupt bestehen.
Ist das Schreiben von Prodefacto Forderungsmanagement echt?
Bei Prodefacto spricht vieles für ein echtes Schreiben. Das Unternehmen existiert, hat eine Website mit Impressum, nennt seine Registrierung als Inkassodienstleister und legt eine ordentliche Kostenaufstellung bei. Als Betrugsversuch würde ich das Schreiben deshalb nicht abtun. Nur sagt „echt" noch nichts darüber, ob die Forderung berechtigt ist. Ein Inkassobüro prüft eine Forderung, die ihm ein Auftraggeber übergibt, nur begrenzt. Es mahnt, was ihm gemeldet wird. Wer sich an keinen Vertrag erinnert, sollte deshalb nicht abwarten.
Prodefacto beschreibt in seiner eigenen FAQ, ein Vertrag könne auch „mündlich, online oder durch schlüssiges Verhalten" zustande kommen. Das ist richtig. Es ändert nichts daran, dass der Gläubiger den Vertragsschluss beweisen muss, wenn Sie ihn bestreiten. Das Verfahren zum Bestreiten beschreibt Prodefacto auf seiner Seite nicht. Darum gibt es unten eine Anleitung.
Die Forderung von Prodefacto Forderungsmanagement im Überblick
| Posten laut Schreiben | Betrag |
|---|---|
| Hauptforderung (Jahresgebühr) | |
| Geschäftsgebühr 0,9 und Pauschale (Inkassokosten) | |
| Zinsen bis 22. Juli 2026 | |
| Gesamtforderung | |
| Bei Zahlung in der Frist: ermäßigte Inkassokosten (0,5-Gebühr) |
Die Inkassokosten machen mehr als ein Viertel der Hauptforderung aus. Bemerkenswert finde ich, dass das Schreiben die niedrigere Zahl gleich selbst nennt: Zahlen Sie innerhalb der Frist, ermäßigt sich die Geschäftsgebühr auf 0,5. Dann wären es 30,90 Euro statt 55,62 Euro.
Müssen Sie an Prodefacto Forderungsmanagement zahlen?
Nach meiner Einschätzung kommt es auf vier Punkte an, die Sie nacheinander prüfen können.
- Hauptforderung: Gibt es einen wirksamen Vertrag? Bei Online-Bestellungen muss der Preis vor dem Absenden klar erkennbar sein und der Bestellbutton eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen (§ 312j BGB). Prüfen Sie Ihren eigenen Bestellvorgang. Außerdem können Widerruf, Anfechtung und Kündigung in Betracht kommen.
- Abtretung: Das Schreiben behauptet, die Forderung sei abgetreten worden. Sie können einen Nachweis verlangen. Nach meiner Auffassung dürfen Sie die Leistung verweigern, bis Ihnen eine Abtretungsurkunde vorgelegt wird (§ 410 BGB).
- Verzug: Das Schreiben behauptet Verzug seit dem 19. Mai 2026, eine Woche nach dem angeblichen Vertragsschluss. Prüfen Sie, ob Sie Rechnung und Mahnung erhalten haben und wann. Verzug setzt in aller Regel eine wirksame Mahnung oder eine ausreichende Zahlungsfrist voraus (§ 286 BGB).
- Inkassokosten: Sie sind nur als Verzugsschaden ersetzbar (§§ 280 Abs. 2, 286 BGB). Ohne Hauptforderung und ohne Verzug gibt es nach meiner Auffassung keinen Anspruch darauf. Dass Prodefacto selbst eine geringere Gebühr anbietet, sollte Sie bei der Höhe stutzig machen.
Meine Empfehlung Zahlen Sie nicht voreilig, weder den vollen noch den ermäßigten Betrag. Jede Zahlung kann als Anerkenntnis verstanden werden, und Teilzahlungen verrechnet Prodefacto nach eigener FAQ zuerst auf Kosten und Zinsen. Bestreiten Sie die Forderung schriftlich und verlangen Sie Nachweise zu Vertrag, Abtretung und Mahnungen. Mit meinem Musterschreiben an Prodefacto Forderungsmanagement ist das fertig formuliert.
Prodefacto ignorieren oder bezahlen: Was passiert bei Nichtzahlung?
Beides ist riskant, aus unterschiedlichen Gründen. Wer zahlt, erkennt womöglich eine Forderung an, die gar nicht besteht, und bekommt sein Geld nur mit Mühe zurück. Wer das Schreiben ignoriert, muss mit weiteren Mahnungen und Anrufen rechnen. Eine Schufa-Meldung ist nach der eigenen Darstellung von Prodefacto bei nicht bestrittenen Forderungen möglich. Deshalb ist der dritte Weg der beste: schriftlich bestreiten und die Nachweise verlangen.
Die Frist im Schreiben ist keine gesetzliche. Wenn sie abläuft, passiert zunächst nichts weiter als weitere Post. Als nächste Stufe kann das Inkassobüro einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen. Reagieren müssen Sie nur auf einen gerichtlichen Mahnbescheid: Dagegen legen Sie innerhalb von zwei Wochen Widerspruch ein. Dann müsste die Gegenseite vor einem deutschen Gericht an Ihrem Wohnsitz klagen. Ein Mahnbescheid ist keine Prüfung der Forderung, er wird auf Antrag ohne inhaltliche Kontrolle erlassen. Von Anrufen bei der Hotline kann ich nur abraten. Ich habe es bisher noch nicht erlebt, dass die Dinge am Telefon geklärt werden konnten.
Die vier Schritte gegen die Forderung von Prodefacto Forderungsmanagement
Aus meiner Praxis empfehle ich diese Reihenfolge:
- Unterlagen sichern: Heben Sie das Schreiben samt Umschlag auf und notieren Sie das Datum des Zugangs. Suchen Sie nach Bestellbestätigungen, E-Mails und Kontoauszügen zum angeblichen Vertrag. Prüfen Sie auch, ob die Jahresgebühr bereits abgebucht wurde.
- Schriftlich an Prodefacto: Per E-Mail und per Einschreiben. Bestreiten Sie die Forderung, verlangen Sie den Vertrag mit Preisangabe, den Nachweis der Abtretung und die früheren Mahnungen mit Zugangsnachweis. Weisen Sie Zinsen und Inkassokosten zurück und widersprechen Sie einer Schufa-Meldung.
- Den Vertrag selbst angreifen: Widerruf, Anfechtung und Kündigung richten Sie an den ursprünglichen Vertragspartner, nicht an das Inkassobüro. Sie können das mit dem Schreiben an Prodefacto verbinden. Mit der Vorlage geht das in wenigen Minuten.
- Fristen im Blick behalten: Keine Anrufe, keinen QR-Code nutzen, keine Raten vereinbaren. Kommt ein gerichtlicher Mahnbescheid, legen Sie innerhalb von zwei Wochen Widerspruch ein.
Aktualisierung November 2026 Wer hinter dem ursprünglichen Vertrag steckt und was dessen Website, AGB und Preisliste sagen, habe ich in einem eigenen Beitrag beschrieben: GCS-Europe S.L.: Rechnung für Visa-Konto und Jahresgebühr erhalten? (Beitrag zum ursprünglichen Vertragspartner GCS-Europe)
Was Sie jetzt tun können:
- Musterschreiben herunterladen — fertiges Schreiben mit Bestreiten, Nachweisverlangen, Widerruf, Anfechtung und Kündigung für 39 €, sofort per E-Mail
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Ignorieren oder bezahlen?
Beides ist in den meisten Fällen keine gute Idee — ich erkläre Ihnen, warum, und was der richtige Weg ist.
Wer Mahnungen und Inkassobriefe ignoriert, riskiert, dass aus einer zweifelhaften Forderung ein gerichtlicher Mahnbescheid wird. Ab dem Moment zählt nicht mehr, ob die Forderung berechtigt war, sondern nur noch, ob Sie rechtzeitig Widerspruch eingelegt haben.
Wer unter Druck zahlt, ohne die Forderung zu prüfen, finanziert im schlimmsten Fall unseriöse Anbieter. Außerdem signalisieren Sie mit einer Zahlung, dass Sie zahlungsbereit sind — und stehen schnell wieder auf der Liste für die nächste Rechnung oder eine ungewollte Vertragsverlängerung.
Von welchem Unternehmen wurde Prodefacto Forderungsmanagement GmbH beauftragt?
Prodefacto Forderungsmanagement GmbH wird von verschiedenen Unternehmen mit der Geltendmachung von Forderungen beauftragt. Damit ich Ihnen passgenau helfen kann, muss ich den Auftraggeber von Prodefacto Forderungsmanagement GmbH kennen. Der steht meistens im Brief unter „Forderung von" oder „im Auftrag von".
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Dr. Christian Hoffmann
Seit über 10 Jahren bin ich als Rechtsanwalt spezialisiert auf Abo-Fallen, Inkasso-Abwehr und Verbraucherrecht. Ich habe bereits tausenden Betroffenen geholfen — diskret, unkompliziert und vollständig online, ganz ohne Termin vor Ort in Kiel.
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Das sagen meine Mandanten
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Häufige Fragen zu Prodefacto Forderungsmanagement GmbH
Bereit, die Sache ein für alle Mal zu klären?
Sie müssen sich nicht allein mit Prodefacto Forderungsmanagement GmbH auseinandersetzen. Schreiben Sie mir kurz — ich schaue mir Ihren Fall an und sage Ihnen, wie wir am besten vorgehen.

