Mahnung von einem Anwalt oder Inkasso wegen eines Lotto-Abos? Vorsicht bei diesen Schreiben
Seit Sommer 2026 melden sich regelmäßig Betroffene bei mir, die eine „letzte außergerichtliche Zahlungsaufforderung“ erhalten haben: angeblich von einem Rechtsanwalt oder einem Inkassounternehmen, angeblich wegen eines Lotterie-Abos, das vor Jahren am Telefon abgeschlossen worden sein soll. Die Absender wechseln alle paar Wochen, die Schreiben bleiben gleich. Auf dieser Seite führe ich die Absender, die mir aus meiner Praxis vorliegen, und erkläre, wie Sie einen Absender selbst überprüfen.

So laufen die Maschen
Drei Varianten, ein Muster: ein Vertrag, den es nie gab, eine Summe, die Angst machen soll, und ein Absender, der nicht ist, was er vorgibt.
Angebliche Anwälte für angebliche Lotto-Portale
Ein „Rechtsanwalt“ mit Allerweltsnamen fordert vierstellige Beträge für ein Portal mit Namen wie Tippwerk24, Lottigo24 oder Lottotip24. Behauptet wird ein telefonischer Vertragsschluss vor zwei oder drei Jahren, seitdem seien Monatsbeiträge aufgelaufen. Vorher gab es nie eine Rechnung, nie eine Mahnung. Nach meiner Prüfung stehen hinter diesen Absendern keine zugelassenen Anwälte.
Echte Inkassonamen, gefälschte Schreiben
Die zweite Variante benutzt die Namen real existierender Inkassounternehmen und mahnt für eine „Euromillion-Lotterie“ oder ähnliche Gläubiger. Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Bankverbindung weichen von den Angaben des echten Unternehmens ab; teils warnen die betroffenen Unternehmen selbst vor solchen Schreiben.
Kanzleien, die sich in keinem Register finden
Die dritte Variante kommt per E-Mail von einer „Kanzlei“ mit professioneller Website und Aktenzeichen, nennt aber weder Auftraggeber noch Forderungsgrund. Stattdessen sollen Sie anrufen, chatten oder in einem „Serviceportal“ Ihre Daten eingeben.
Aktuell im Umlauf
Absender aus Schreiben, die mir Betroffene vorgelegt haben, jeweils mit Prüfgrundlage. Die Liste wird ergänzt, sobald ein neuer Name auftaucht; ältere Einträge bleiben stehen, weil die Schreiben weiter kursieren.
- Schreiben prüfen lassenInkassoInkassoname missbraucht
Debtist GmbH Deutschland
debtist-gmbh.de · mahnt für Euromillion-Lotterie · 2.231 €
Der Name eines zugelassenen Rechtsanwalts bzw. eines eingetragenen Unternehmens wird hier missbraucht. Der echte Namensträger hat mit diesen Schreiben nichts zu tun.
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor.
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026
- Schreiben prüfen lassenInkassoInkassoname missbraucht
EOS Inkasso Deutschland GmbH
mahnt für Euromillion-Lotterie · 4.843 €
Der Name eines zugelassenen Rechtsanwalts bzw. eines eingetragenen Unternehmens wird hier missbraucht. Der echte Namensträger hat mit diesen Schreiben nichts zu tun.
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor.
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026
- Schreiben prüfen lassenInkassoInkassoname missbraucht
INKO Inkasso GmbH
inkoinkasso.de · mahnt für Euromillion-Lotterie
Der Name eines zugelassenen Rechtsanwalts bzw. eines eingetragenen Unternehmens wird hier missbraucht. Der echte Namensträger hat mit diesen Schreiben nichts zu tun.
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor.
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026
- Schreiben prüfen lassenInkassoInkassoname missbraucht
Jedermann Inkasso-Dienst GmbH
jedermann-payments.de · mahnt für Euromillion-Lotterie · 4.651 €
Der Name eines zugelassenen Rechtsanwalts bzw. eines eingetragenen Unternehmens wird hier missbraucht. Der echte Namensträger hat mit diesen Schreiben nichts zu tun.
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor.
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026
- Schreiben prüfen lassenKanzleiFake-Anwalt für Lotto-Portal
Kanzlei Dieter Hafner
Saarlouis · kanzlei-dieterhafner.de · mahnt für Eurotipp Lotterie Vermittlung
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor. Grundlage: Sowohl die Verbraucherzentrale Brandenburg als auch die bundesweite Verbraucherzentrale haben die Kanzlei Dieter Hafner und die zugehörige Website explizit auf ihre Schwarzlisten für betrügerische Inkassoschreiben gesetzt..
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026 · Quellen: verbraucherzentrale-brandenburg.de, verbraucherzentrale.de, verbraucherzentrale-rlp.de
- Schreiben prüfen lassenKanzleiFake-Anwalt für Lotto-Portal
Kanzlei Felgner & DEMIRcan
forderberatung.de · mahnt für Lottopott GmbH
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor. Grundlage: Die Ziel-IBAN LT84 3500 0100 1755 0865 ist ausdrücklich auf der Schwarzliste der Verbraucherzentrale Brandenburg gelistet..
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026 · Quellen: verbraucherzentrale-brandenburg.de, verbraucherzentrale.de, verbraucherzentrale.bayern
- Schreiben prüfen lassenKanzleiFake-Anwalt für Lotto-Portal
Kanzlei Felgner & Kollegen
Frankfurt am Main · mahnt für Deutsche Gewinnwelt GmbH
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor. Grundlage: Die Kanzlei Felgner & Kollegen steht explizit auf der aktuellen Schwarzliste der Verbraucherzentrale Brandenburg für betrügerische Inkassoschreiben..
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026 · Quellen: verbraucherzentrale-brandenburg.de, biallo.de, verbraucherzentrale.de
- Schreiben prüfen lassenKanzleiFake-Anwalt für Lotto-Portal
Kanzlei Thomas Müller
Bernkastel-Kues · mahnt für Lotto2Win – Lotterie Dienstleistungen · 4.772,05 €
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor. Grundlage: Der angebliche Absender ist unter exakt dieser Adresse und Bezeichnung auf der Schwarzliste der Verbraucherzentrale Brandenburg gelistet, und ein öffentlicher Warnhinweis bestätigt, dass 'Rechtsanwalt Thomas Müller' nicht im amtlichen BRAK-Anwaltsverzeichnis auffindbar ist und kein beA besitzt..
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026
- Schreiben prüfen lassenInkassoInkassoname missbraucht
Mildau Inkasso-Dienst GmbH
inkasso-mildau.de · mahnt für Euromillion-Lotterie · 4.495 €
Der Name eines zugelassenen Rechtsanwalts bzw. eines eingetragenen Unternehmens wird hier missbraucht. Der echte Namensträger hat mit diesen Schreiben nichts zu tun.
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor.
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026
- Schreiben prüfen lassenAnwaltFake-Anwalt für Lotto-Portal
Rechtsanwalt Christian B. Müller
Berlin · ra-christianmueller.de · mahnt für Lottotip24
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor. Grundlage: Die Rechtsanwaltskammer Berlin hat 'Christian Björn Müller' namentlich auf ihrer Liste bekannter Fake-Kanzleien veröffentlicht und bestätigt, dass diese Person nicht zur Rechtsanwaltschaft zugelassen ist..
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026
- Schreiben prüfen lassenAnwaltFake-Anwalt für Lotto-Portal
Rechtsanwalt Michael Müller
Dillingen/Saar · ra-michaelmuller.de · mahnt für Tippwerk24 – Lotterie Dienstleistungen · 4.661 €
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor. Grundlage: Die Verbraucherzentrale Brandenburg führt 'Rechtsanwalt Michael Müller, Waldstraße 6, 66763 Dillingen/Saar – ra-michaelmuller.de' explizit auf ihrer Schwarzliste betrügerischer Inkassoschreiben..
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026 · Quellen: anwalt.de, biallo.de, verbraucherzentrale-hessen.de
- Schreiben prüfen lassenAnwaltFake-Anwalt für Lotto-Portal
Rechtsanwalt Peter Müller
Mannheim · kanzlei-peter-mueller.de · mahnt für Lottotip24 – Lotterie Dienstleistungen
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor. Grundlage: Kein 'Peter Müller' mit der angegebenen Mannheimer Anschrift ist im Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis registriert..
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026
- Schreiben prüfen lassenAnwaltFake-Anwalt für Lotto-Portal
Rechtsanwalt Thilo Schmidt
ra-thiloschmidt.de · mahnt für Lottigo24 · 4.766 €
Der Name eines zugelassenen Rechtsanwalts bzw. eines eingetragenen Unternehmens wird hier missbraucht. Der echte Namensträger hat mit diesen Schreiben nichts zu tun.
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor.
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026
- Schreiben prüfen lassenAnwaltFake-Anwalt für Lotto-Portal
Rechtsanwältin Maria Schmidt
Lübben/Spreewald · ra-mariaschmidt.de · mahnt für Tippwerk24 – Lotterie Dienstleistungen · 4.661 €
Einschätzung: Nach meiner Prüfung liegen deutliche Hinweise auf gefälschte Schreiben vor. Grundlage: Die Absenderin 'Rechtsanwältin Maria Schmidt' steht namentlich auf der offiziellen Schwarzliste der Verbraucherzentrale Brandenburg für betrügerische Inkassoschreiben..
Zuerst gesehen Okt. 2026 · zuletzt Okt. 2026 · Quellen: verbraucherzentrale-brandenburg.de, thomas-feil.de, biallo.de
Und wenn die Forderung echt wäre?
Auch unabhängig vom Absender steht eine solche Forderung auf dünnem Eis. Bei einem am Telefon geschlossenen Vertrag über Lotterie- oder Tippgemeinschafts-Leistungen muss der Anbieter den Vertrag in Textform bestätigt haben; fehlt diese Bestätigung, lässt sich der behauptete Vertrag unter Umständen angreifen. Daneben gibt es das Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen, die Beweislast des Anspruchstellers für den Vertragsschluss und bei Jahre zurückliegenden Beiträgen die Frage der Verjährung. Was davon in Ihrem Fall trägt, hängt vom Schreiben und von Ihren Unterlagen ab. Genau das prüfe ich, bevor ich Ihnen zu einem Vorgehen rate.
Was Sie jetzt tun sollten
Nicht zahlen, nicht anrufen, nichts eingeben
Die kurze Frist ist ein Druckmittel, kein rechtlicher Hebel. Jede Reaktion bestätigt dem Absender, dass Ihre Adresse aktiv ist.
Schreiben aufbewahren
Brief samt Umschlag, E-Mail samt Kopfzeilen. Das brauchen Sie für eine Strafanzeige und für die Prüfung.
Schreiben prüfen lassen
Ich prüfe, ob Ihr Schreiben zu einer der hier geführten Serien gehört oder ob doch eine echte Forderung dahintersteckt, und sage Ihnen, was in Ihrem Fall zu tun ist.
Schreiben prüfen lassen
Ich sehe mir Ihr Schreiben an und sage Ihnen, ob es zu einer dieser Serien gehört und was in Ihrem Fall zu tun ist. Festpreis, persönlich geprüft.
Häufige Fragen
Kann der Anwalt mein Konto pfänden, wenn ich nicht zahle?
Nein. Eine Pfändung setzt einen vollstreckbaren Titel voraus, also ein Urteil oder einen Vollstreckungsbescheid nach einem gerichtlichen Mahnverfahren. Davor steht immer Post vom Gericht, nie nur ein Brief eines Anwalts oder Inkassobüros.
Warum kommt nach drei Jahren plötzlich eine Forderung?
Weil die Geschichte so gebaut ist: Ein angeblicher Telefonvertrag von 2023, seither „aufgelaufene“ Monatsbeiträge, jetzt die Gesamtsumme. Ein seriöser Anbieter rechnet monatlich ab und mahnt zeitnah. Rückwirkende Sammelrechnungen nach Jahren sind für mich ein Warnsignal, und zwar auch dann, wenn der Absender echt sein sollte.
Ich habe schon überwiesen. Was jetzt?
Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank; je schneller, desto besser die Chancen, dass das Geld nicht weg ist. Erstatten Sie Strafanzeige, das geht bei jeder Polizeidienststelle oder über die Online-Wache Ihres Bundeslandes. Alles Weitere hängt davon ab, wohin das Geld geflossen ist; das sehe ich mir gern mit Ihnen an.
Der Name auf dem Brief gehört einem echten Anwalt. Ist das Schreiben dann echt?
Nicht unbedingt. In mehreren Serien werden Namen zugelassener Anwälte mit erfundener Kanzleianschrift und eigener Domain benutzt. Vergleichen Sie die Anschrift im Schreiben mit dem Eintrag im Anwaltsverzeichnis. Die echten Namensträger haben mit den Schreiben nichts zu tun; bitte bedrängen Sie sie nicht.
Soll ich dem Absender widersprechen?
Bei einem gefälschten Schreiben nicht: Jede Antwort liefert dem Absender Daten und die Bestätigung, dass Sie reagieren. Ob in Ihrem Fall ein Widerspruch oder eine andere Erklärung sinnvoll ist, hängt davon ab, ob hinter dem Schreiben ein realer Anbieter steht. Das ist der Kern meiner Prüfung.
Woher wissen Sie, dass die gelisteten Absender gefälscht sind?
Jeder Eintrag beruht auf Schreiben aus meiner Praxis und auf einer dokumentierten Prüfgrundlage: einem Eintrag in einer Schwarzliste der Verbraucherzentralen, einer Warnung einer Rechtsanwaltskammer oder Polizei, einer Warnung des echten Unternehmens oder meiner eigenen Prüfung in den amtlichen Registern. Die Grundlage steht bei jedem Eintrag; wo es eine öffentliche Quelle gibt, ist sie verlinkt. Es bleibt eine Einschätzung nach meiner Prüfung, kein Urteil.