Inter-Link EU Gateway SRL – Abbuchung von 89 Euro auf dem Kontoauszug? Hilfe vom Anwalt
Lastschrift der Inter-Link EU Gateway SRL über 89 Euro? Dr. Hoffmann erklärt die Bukarester Firma, interlinkeu.com und wie Sie Ihr Geld zurückholen.

Auf Ihrem Kontoauszug steht eine Lastschrift über 89,00 Euro, Empfänger „Inter-Link EU Gateway SRL", mit einer deutschen IBAN, die mit DE39 2022 0800 beginnt? Und Sie können sich an keine Bestellung erinnern? Dann sind Sie hier richtig. Hinter dem Namen steht eine im August 2026 in Bukarest eingetragene Gesellschaft. Ich kenne sie aus dem rumänischen Register, von ihrer Website und von ihrem Zahlungsweg. Sie gehört zu einer Serie von Einzugsfirmen, über die ich seit August 2026 schreibe, von Crown Time bis zur Deutschen Abonnementsysteme Ltd. Neu ist nur die Verkleidung. Auf dieser Seite erkläre ich, wer die Inter-Link EU Gateway S.R.L. ist und was auf interlinkeu.com passiert. Danach zeige ich, woran man die Serie erkennt und wie Sie Ihr Geld zurückholen. Wenn Sie direkt reagieren möchten: Eine Vorlage für Ihr Schreiben an die Inter-Link EU Gateway S.R.L. können Sie hier herunterladen.
Wer ist die Inter-Link EU Gateway S.R.L.?
Das rumänische Handelsregister führt die Inter-Link EU Gateway S.R.L. seit dem 26. August 2026. Das Stammkapital beträgt 500 Lei, umgerechnet rund 100 Euro. Als Geschäftszweck ist die Entwicklung von Auftragssoftware eingetragen, dazu ein Dutzend Nebenzwecke von Telekommunikation bis Sekretariatsdienst. Gesellschafter und Geschäftsführer sind ein und dieselbe Person. Der Sitz liegt in einem Apartment im ersten Bukarester Bezirk. Unter dieser Wohnung sind elf Firmen gemeldet, fast alle 2025 oder 2026 gegründet, die meisten ebenfalls als Softwareentwickler oder Online-Händler. Das ist keine Betriebsstätte, sondern eine Adresse, die Gründungsdienstleister an viele Kunden vergeben.
Zwei Wochen nach der Eintragung, am 10. September 2026, wurde die Domain interlinkeu.com registriert. Die Geschäftsbedingungen tragen den Stand „September 2026". Anfang November 2026 tauchte die erste mir bekannte Abbuchung auf. Eine Telefonnummer gibt es nicht, nur eine E-Mail-Adresse. Ein Impressum fehlt. Die Firma ist die dritte rumänische Gesellschaft in dieser Serie. Crown Time und Lauter Union saßen in Timișoara, in derselben Wohnung, unter der mehrere hundert Firmen gemeldet sind.
Screenshot der Fußzeile (November 2026): Firmenname, Apartment-Adresse in Bukarest, nur eine E-Mail als Kontakt.
Screenshot der „Digitalen Produkte": fünf Kategorien, kein Preis, kein Shop, alles nur „auf Anfrage".
interlinkeu.com: Bürodienstleister ohne Preise
Die Startseite verspricht „Informationen zusammenführen. Aufgaben weiterbringen." und zeigt vier Karten: Dokumente und Akten, Partnerkommunikation, Prozesse besprechen sowie „Forderungs- und Zahlungsadministration". Zur letzten Karte heißt es, die Rolle sei „administrativ", man sei „weder Bank noch regulierter Zahlungsdienstleister". Darunter folgt ein Block „Digitale Produkte" mit fünf Kategorien, von KI-Übersetzern über Schriften und Icons bis zu Social-Media-Vorlagen. Preise gibt es nicht, einen Shop auch nicht. Hinter jedem Eintrag steht nur „Anfragen", und „Produktdetails und Verfügbarkeit erhalten Sie per E-Mail".
Wer die Vorgängerfirmen kennt, erkennt das Muster. Die ersten neun Firmen der Serie verkauften auf ihren Seiten ein „Digital Book Shelf" für 29 bis 99 Euro. Die zehnte, die Deutsche Abonnementsysteme Ltd, tarnte sich als englischer Abrechnungsdienstleister. Die Inter-Link EU Gateway S.R.L. gibt sich als Büroservice mit einem Sortiment, das niemand bestellen kann. Alle Unterseiten, ob „Dienstleistungen", „Verzeichnis" oder „Kontakt", zeigen dieselbe Startseite. Die Seite ist nicht für Kunden gemacht. Sie soll Banken, Zahlungsdienstleistern und Suchenden ein Unternehmen vorführen.
„Mein Konto": Vorname, Nachname, IBAN
Der einzige Menüpunkt mit Funktion heißt „Konto". Dort steht: „Prüfen Sie Ihre Abbuchungen und verwalten Sie Ihre Abonnements." Abgefragt werden Vorname, Nachname und IBAN. Darunter soll man ein Häkchen setzen: „Ich versichere, dass ich Inhaberin bzw. Inhaber des angefragten Kontos bin. Anfrage, Ergebnis und IP-Adresse werden ausschließlich zu Sicherheits- und Klärungszwecken festgehalten." Der Knopf lautet „Mein Konto suchen". Ein Login, ein Kundenkonto oder eine Bestellhistorie existieren nicht. Es gibt nur dieses Formular.
Ein Formular, das IBAN und Namen verlangt und sich dazu bestätigen lässt, dass beides zusammengehört, ist kein Kundenservice. Es ist das Mandatsformular der Serie, und es steht wortgleich auf den Seiten von Corevia Payments und Lauter Union.
Die Datenschutzerklärung erklärt, was gespeichert wird: „Mandatsname, IBAN, Kundennummer, Mandatsreferenz und zugehöriger Transaktionsverlauf". Wer seine Daten eingibt, um eine Abbuchung zu „prüfen", liefert dem Abbucher damit genau das, was er für die nächste Lastschrift braucht. Oder er bestätigt ihm, dass die Daten aus dem Telefonat stimmen. Tragen Sie dort nichts ein.
Screenshot der „Kontosuche": Name, IBAN, Bestätigung der Kontoinhaberschaft. Nicht ausfüllen.
Screenshot der Zahlungsbedingungen: Der Firmenname ist ein „Kontoauszugsname" für fremde Zahlungszyklen.
Inter-Link EU Gateway als „Kontoauszugsname"
Was die Firma tatsächlich tut, steht in den Zahlungsbedingungen. Gleich der erste Satz: „INTER-LINK EU GATEWAY ist der Kontoauszugsname für von uns verwaltete Zahlungszyklen." Weiter heißt es, Einzüge könnten unter diesem Namen erscheinen. Eine Abbuchung erfolge nur, wenn einem „zugelassenen Zahlungspartner" ein gültiges Mandat „für eine zugrunde liegende Leistung oder ein Abonnement" erteilt wurde. Welche Leistung, welches Abonnement und welcher Anbieter, bleibt offen. Die Geschäftsbedingungen nennen als Leistung „Forderungsmanagement und Zahlungsvermittlung" und erklären, Mandat und Einzug würden „über zugelassene Finanzpartner ausgeführt".
Übersetzt: Die Inter-Link EU Gateway S.R.L. zieht Geld für Dritte ein und leiht dafür ihren Namen. Wer der Dritte ist, erfährt man nur, wenn man per E-Mail „Name und Kundennummer" schickt. Eine Kündigung, so die Bedingungen, beseitige „keine bereits fälligen Beträge". Für die Rückerstattung verweist die Firma auf „den richtigen Weg", den sie im Einzelfall aufzeige, und auf die Rechte bei der eigenen Bank. Eine Firma, die auf ihrer Website nicht sagt, wofür sie 89 Euro einzieht, wird das auch in einer E-Mail nicht ohne Weiteres tun.
Die elfte Firma aus demselben Baukasten
Seit August 2026 habe ich zehn Firmen beschrieben, die nach demselben Muster arbeiten. Die Merkmale wiederholen sich:
- eine frisch gegründete Gesellschaft in Rumänien, Zypern oder London mit Minimalkapital an einer Sammeladresse,
- eine Website von der Stange mit IBAN-Formular,
- Lastschriften zwischen 69 und 99 Euro bei Menschen, die zuvor einen Werbeanruf zu Lotto oder Gewinnspielen bekommen hatten,
- ein Zahlungsweg über eine Münchner Zahlungsdienstleister-Bank.
Bei interlinkeu.com lässt sich die Verwandtschaft sogar technisch belegen. Die Seite lädt dieselben Programmdateien wie crowntimesrl.com, coreviapay.com und lauterunion.com, bis auf die Dateinamen identisch. Nur Name, Farben und Logo wurden ausgetauscht. Die Startseite beginnt mit „Inter-Link EU / Geschäftliche Unterstützung", bei Corevia Payments heißt es „Corevia / Geschäftliche Unterstützung". Die Fehlerseite trägt noch den Titel „Business Services" von Crown Time.
Auch der Zahlungsweg ist bekannt. Das Konto liegt bei der Münchner Niederlassung einer luxemburgischen Bank für Zahlungsdienstleister, erkennbar an der Bankleitzahl 20220800. Dieselbe Bank nutzen Telepass Services, Beinsa 14, Axis Business Partners und die Deutsche Abonnementsysteme Ltd. Die deutsche IBAN täuscht einen deutschen Zahlungsempfänger vor, den es nicht gibt. Wem die Firma das Geld weiterleitet, verrät erst das Kürzel im Verwendungszweck. In dieser Serie standen bisher Euro Dream Service, MillionenChance24 und Grand Luck Service dahinter. 89 Euro war zuletzt der Betrag bei Lauter Union und bei der Deutschen Abonnementsysteme Ltd.
Screenshot der Startseite: Aufbau und Wortlaut wie bei Corevia Payments, nur der Name ist neu.
Symbolbild: Die Abbuchung fällt meist erst beim Blick in die Banking-App auf.
Müssen Sie an Inter-Link EU Gateway zahlen, und wie holen Sie das Geld zurück?
Wer Geld von Ihnen einzieht, muss ein wirksames Lastschriftmandat und einen Vertrag dahinter nachweisen. Eine Firma, die auf ihrer Website nicht einmal sagt, wofür sie 89 Euro einzieht, hat damit einen schweren Stand. Verlangen Sie schriftlich den Nachweis des Mandats und der Daten, die die Firma nach eigenen Angaben speichert. Verlangen Sie außerdem, dass sie den Auftraggeber und den Vertrag benennt, für den eingezogen wurde. Steckt ein telefonisch angebahntes Gewinnspiel-Abo dahinter, fehlt in aller Regel die Textform-Bestätigung nach § 675 Abs. 3 BGB. Dann kann der Vertrag unter Umständen angegriffen werden. Erklären Sie vorsorglich Widerruf, Anfechtung und Kündigung gegenüber der Einzugsfirma und, sobald bekannt, gegenüber dem Anbieter.
Gegenüber der Bank gilt: Eine autorisierte SEPA-Lastschrift können Sie acht Wochen lang ohne Angabe von Gründen zurückgeben lassen (§ 675x BGB), eine nicht autorisierte bis zu 13 Monate (§ 675u BGB). Lassen Sie zugleich den Einreicher sperren. Bedenken Sie dabei: Sollte doch ein wirksamer Vertrag bestehen, können Rücklastschriftkosten und Mahnungen folgen. Die Rückgabe gehört deshalb mit einem schriftlichen Widerspruch zusammen. Und: Ein Sitz in Bukarest schützt die Firma nicht. Deutsches Verbraucherrecht gilt, und verklagen kann sie Sie nur an Ihrem Wohnsitz.
Meine Empfehlung Reagieren Sie schriftlich und nachweisbar, bevor die zweite Abbuchung kommt. Bestreiten Sie Vertrag und Mandat und verlangen Sie die Nachweise und den Auftraggeber. Erklären Sie Widerruf, Anfechtung und Kündigung. Widerrufen Sie jedes Mandat und fordern Sie die Löschung Ihrer Daten. Mit meinem Musterschreiben zur Inter-Link EU Gateway S.R.L. ist das fertig formuliert. Tragen Sie nichts in die „Kontosuche" auf interlinkeu.com ein.
Die vier Schritte gegen die Abbuchung von Inter-Link EU Gateway
Aus meiner Praxis mit dieser Serie empfehle ich diese Reihenfolge:
- Unterlagen sichern: Notieren Sie Datum, Betrag und IBAN der Buchung. Wichtiger noch sind der vollständige Verwendungszweck, die Gläubiger-Identifikationsnummer und die Mandatsreferenz. In vielen Banking-Apps stehen sie unter „Zusätzliche Informationen", sonst nennt Ihre Bank sie Ihnen. Das Kürzel im Verwendungszweck verrät, für welchen Anbieter eingezogen wurde. Überlegen Sie außerdem, ob es in den letzten Monaten einen Werbeanruf, eine am Telefon genannte Kontonummer oder ein Begrüßungsschreiben gab.
- Schriftlich an die Inter-Link EU Gateway S.R.L.: per E-Mail an die Adresse aus der Fußzeile der Website und per Einschreiben an die Bukarester Registeradresse. Bestreiten Sie Vertrag und Mandat und verlangen Sie Nachweise und Auftraggeber. Erklären Sie Widerruf, Anfechtung und Kündigung. Widerrufen Sie das Mandat und fordern Sie die Löschung Ihrer Daten. Nutzen Sie nicht die „Kontosuche".
- Mit der Bank sprechen: Lassen Sie die Lastschrift zurückgeben und den Einreicher sperren. Prüfen Sie ältere Auszüge auch auf die anderen Firmen der Serie, etwa Deutsche Abonnementsysteme, Axis Business Partners oder Lauter Union. In dieser Serie wandert das Mandat von Firma zu Firma.
- Den Vertrag dahinter angreifen: Sobald der Auftraggeber feststeht, richten Sie Widerruf und Kündigung auch an ihn. Mahnungen und Inkasso beantworten Sie mit Verweis auf Ihr Schreiben, ohne Anerkenntnis und ohne Raten; nur bei einem gerichtlichen Mahnbescheid müssen Sie innerhalb von zwei Wochen Widerspruch einlegen.
Screenshot der Geschäftsbedingungen: Lastschriften laufen „über zugelassene Finanzpartner", die Firma selbst ist keine Bank.
Was Sie jetzt tun können:
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Dr. Christian Hoffmann
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Häufige Fragen zu Inter-Link EU Gateway S.R.L.
Bereit, die Sache ein für alle Mal zu klären?
Sie müssen sich nicht allein mit Inter-Link EU Gateway S.R.L. auseinandersetzen. Schreiben Sie mir kurz — ich schaue mir Ihren Fall an und sage Ihnen, wie wir am besten vorgehen.


