Deutsche Abonnementsysteme Ltd – Abbuchung von 89 Euro auf dem Kontoauszug? Hilfe vom Anwalt
Lastschrift der Deutsche Abonnementsysteme Ltd über 89 Euro? Dr. Hoffmann erklärt die Londoner Firma, abosysteme.com und wie Sie das Geld zurückholen.

Auf Ihrem Kontoauszug steht eine Lastschrift über 89,00 Euro, Empfänger „Deutsche Abonnementsysteme Ltd", mit einer deutschen IBAN, die mit DE78 2022 0800 beginnt? Und Sie können sich an keine Bestellung erinnern? Dann sind Sie hier richtig. Hinter dem Namen steht eine im März 2026 gegründete Londoner Limited, die ich aus dem Register, von ihrer Adresse und von ihrem Zahlungsweg her kenne: Sie gehört zu einer Serie von Einzugsfirmen, über die ich seit August 2026 schreibe, von Crown Time über Telepass Services bis Axis Business Partners. Neu ist nur die Verkleidung. Auf dieser Seite erkläre ich, wer die Deutsche Abonnementsysteme Ltd ist, was auf ihrer Website abosysteme.com passiert, woran man die Serie erkennt und wie Sie Ihr Geld zurückholen. Wenn Sie direkt reagieren möchten: Eine Vorlage für Ihr Schreiben an die Deutsche Abonnementsysteme Ltd können Sie hier herunterladen.
Wer ist die Deutsche Abonnementsysteme Ltd?
Das britische Handelsregister führt die Deutsche Abonnementsysteme Ltd seit dem 10. März 2026, Stammkapital ein Pfund, Geschäftszweck „Großhandel mit Computern und Software" und „Web-Portale". Als Sitz ist eine Wohnung in einer Londoner Seitenstraße eingetragen, im Register mit dem Tippfehler „Glat 1c", den die Firma auf ihrer Website übernommen hat. Unter dieser Wohnung sind 14 aktive Gesellschaften gemeldet, darunter die Telepass Services Ltd und die Medienwerkzeuge GMB Ltd, beide bekannt als Einzugsfirmen für telefonisch verkaufte Gewinnspiel-Abos, dazu drei weitere Limiteds, die im September 2026 innerhalb von drei Tagen gegründet wurden.
Interessanter als die Adresse ist das Personal. Gründungsgeschäftsführer und Alleingesellschafter war ein 1966 geborener bulgarischer Staatsangehöriger, der einen Tag später, am 11. März 2026, auch die Medienwerkzeuge GMB Ltd gründete und sie bis heute führt. Am 20. August 2026 übergab er die Deutsche Abonnementsysteme Ltd an einen 1979 geborenen Landsmann. Sechs Tage später wurde die Domain abosysteme.com registriert, im Oktober kamen die ersten Abbuchungen. Im Mai 2026 hatte das Register die Adressangaben der Gründungsunterlagen „administrativ entfernt", weil Post an die Firma nicht zustellbar war.
Screenshot der Fußzeile (Oktober 2026): Firmennummer, Londoner Wohnadresse, nur eine E-Mail als Kontakt.
Screenshot der Startseite: englische Firmenkunden-Fassade, kein Wort an Verbraucher.
Eine Firmenkunden-Fassade auf Englisch
abosysteme.com sieht aus wie der Auftritt eines Dienstleisters für Abrechnungsabteilungen: „Recurring revenue, without recurring admin", „Billing schedule control", „Mandate administration", „Reconciliation and reporting", dazu ein animiertes Dashboard mit Warteschlangen und Status-Balken. Die Seite ist nur auf Englisch verfügbar, nennt keine Telefonnummer, kein Impressum im deutschen Sinn und als Kontakt allein eine E-Mail-Adresse mit Bürozeiten „UK time". Sie betont, man sei „keine Bank und kein Zahlungsinstitut" und halte keine Kundengelder.
Wer die Vorgänger kennt, erkennt den Unterschied. Crown Time, Corevia, Lauter Union, Velaron, Genau Services, Telepass, Beinsa 14, Connectum und Axis Business Partners verkauften auf ihren Seiten ein „Digital Book Shelf" für 29, 59 oder 99 Euro, zeigten Lotto-Logos und boten ein Formular, mit dem man eine „unbekannte Abbuchung" per IBAN „prüfen" sollte. Die Deutsche Abonnementsysteme Ltd hat all das weggelassen und spricht stattdessen Firmen an, die angeblich Hilfe bei ihren Abo-Abrechnungen suchen. Für einen Rentner, dem 89 Euro fehlen, ist diese Seite nicht gemacht. Sie ist für Banken, Zahlungsdienstleister und alle gemacht, die den Namen nachschlagen.
89 Euro per SEPA-Lastschrift, Name als Unterschrift
Der eigentliche Zweck der Seite steht unter dem Menüpunkt „Checkout". Dort heißt es „Complete your order", daneben die Bestellübersicht: „Payment administration, €89.00, Total including applicable taxes", Zahlungsart „SEPA Direct Debit", Zahlungstyp „one-off". Abgefragt werden Kontoinhaber, Bank, IBAN und „Your full name (electronic signature)", dazu drei Häkchen, mit denen man bestätigt, Kontoinhaber zu sein, die Bankdaten „sicher" zu übermitteln und die Bedingungen zu akzeptieren. Der Knopf lautet „Place order, €89.00". Eine Beschreibung, was man für die 89 Euro bekommt, gibt es nicht. Der Betrag ist exakt der, der auf dem Kontoauszug steht.
Eine Checkout-Seite ohne Produkt, ohne Preisliste und ohne Rechnungsanschrift, aber mit IBAN-Feld und elektronischer Unterschrift: Das ist das Mandatsformular der Serie in neuem Gewand.
Die Kontaktseite erklärt den Weg dorthin: Nach einem Gespräch bereite man „your order and agreed price" vor und schicke „a direct checkout link". Die Datenschutzerklärung ergänzt, der Checkout erhebe weder E-Mail noch Anschrift des Kunden, und die Bank- und Mandatsdaten könnten an „the approved payment provider or bank" weitergegeben werden. Wer Kontodaten eingibt, liefert also genau das, was für eine Lastschrift gebraucht wird, und sonst nichts, womit man ihn später erreichen müsste.
Screenshot der Checkout-Seite: 89 Euro per SEPA-Lastschrift, Einzugstermin „wird separat bestätigt".
Das Formular: Bank, IBAN, Name als „elektronische Unterschrift". Nicht ausfüllen.
Die zehnte Firma aus demselben Baukasten
Seit August 2026 habe ich neun Firmen beschrieben, die nach demselben Muster arbeiten: eine frisch gegründete Gesellschaft in Rumänien, Zypern oder London mit bulgarischem Geschäftsführer, eine Website von der Stange, Lastschriften zwischen 69 und 99 Euro bei Menschen, die zuvor einen Werbeanruf zu Lotto oder Gewinnspielen bekommen hatten, und eine Adresse, die bei der nächsten Firma wieder auftaucht. Crown Time und Lauter Union saßen in derselben Stadt, Connectum Europe und Axis Business Partners im selben Reihenhaus, Telepass Services und Medienwerkzeuge in derselben Wohnung, in der jetzt auch die Deutsche Abonnementsysteme Ltd gemeldet ist.
Neu ist, dass sich die Verbindung diesmal nicht nur über die Adresse, sondern über eine Person belegen lässt: Der Mann, der die Deutsche Abonnementsysteme Ltd gegründet hat, führt die Medienwerkzeuge GMB Ltd. Und der Zahlungsweg ist derselbe wie bei Telepass Services, Beinsa 14 und Axis Business Partners: ein Konto bei der Münchner Niederlassung einer luxemburgischen Bank für Zahlungsdienstleister, erkennbar an der Bankleitzahl 20220800. Die deutsche IBAN täuscht einen deutschen Zahlungsempfänger vor, den es nicht gibt. Wem die Firma das Geld weiterleitet, verrät erst das Kürzel im Verwendungszweck; in dieser Serie standen bisher Euro Dream Service, MillionenChance24 und Grand Luck Service dahinter. 89 Euro war zuletzt der Betrag bei Lauter Union.
Wie Betroffene zu der Abbuchung kommen
Die Firma beschreibt ihren Vertrieb in den eigenen Nutzungsbedingungen vom 29. September 2026 so: „Partners may collect contact details and service requirements by telephone. The customer enters payment account details on our website, confirms authority to use the account, types their name and accepts the order." Übersetzt: Partner telefonieren, der Kunde tippt danach seine IBAN auf der Website ein. Weiter heißt es, ein Anruf allein begründe noch kein SEPA-Mandat, und man bewahre „consent wording and version, timestamp and available connection information" auf. Die Datenschutzerklärung spricht von Daten, die „der Partner, der Ihre telefonische Anfrage bearbeitet hat", zusammen mit einer „Lead-Referenz" übermittle.
Wer diese Partner sind und was am Telefon verkauft wird, steht nirgends. Aus den Fällen zu den Vorgängerfirmen kenne ich den Ablauf: ein Anruf, meist bei älteren Menschen, ein Gespräch über Lotto, Gewinnchancen oder eine angebliche Vertragsverlängerung, dann die Bitte um die Kontonummer „zur Bestätigung" oder ein Link, den man anklicken soll. Dass im konkreten Einzelfall bei der Deutschen Abonnementsysteme Ltd so vorgegangen wurde, wird hier ausdrücklich nicht behauptet; Berichte anderer Betroffener gibt es zu dieser Firma noch nicht, sie ist zu neu.
Wichtiger Hinweis Werbeanrufe bei Verbrauchern sind ohne deren vorherige ausdrückliche Einwilligung unzulässig (§ 7 UWG). Ein Gewinnspiel-Abo, das am Telefon vereinbart wird, ist nach § 675 Abs. 3 BGB nur wirksam, wenn es in Textform bestätigt wurde. Eine IBAN, die Sie am Telefon nennen oder in ein Formular tippen, ist kein Vertrag und kein Beweis für einen.
Screenshot der Nutzungsbedingungen: „Partner" telefonieren, der Kunde gibt die Kontodaten auf der Website ein.
Symbolbild: Die Abbuchung fällt meist erst beim Blick in die Banking-App auf.
Müssen Sie zahlen, und wie holen Sie das Geld zurück?
Wer Geld von Ihnen einzieht, muss ein wirksames Lastschriftmandat und einen Vertrag dahinter nachweisen. Eine Firma, die auf ihrer Website nicht einmal sagt, was sie für 89 Euro liefert, hat damit einen schweren Stand. Verlangen Sie schriftlich den Nachweis des Mandats samt der Daten, die die Firma nach eigenen Angaben speichert, die Benennung des Auftraggebers und des Vertrags, für den eingezogen wurde. Steckt ein telefonisch angebahntes Gewinnspiel-Abo dahinter, fehlt in aller Regel die Textform-Bestätigung nach § 675 Abs. 3 BGB, und der Vertrag kann unter Umständen angegriffen werden. Erklären Sie vorsorglich Widerruf, Anfechtung und Kündigung gegenüber der Einzugsfirma und, sobald bekannt, gegenüber dem Anbieter.
Gegenüber der Bank gilt: Eine autorisierte SEPA-Lastschrift können Sie acht Wochen lang ohne Angabe von Gründen zurückgeben lassen (§ 675x BGB), eine nicht autorisierte bis zu 13 Monate (§ 675u BGB). Lassen Sie zugleich den Einreicher sperren. Bedenken Sie dabei: Sollte doch ein wirksamer Vertrag bestehen, können Rücklastschriftkosten und Mahnungen folgen. Die Rückgabe gehört deshalb mit einem schriftlichen Widerspruch zusammen. Und: Ein britischer Sitz schützt die Firma nicht. Deutsches Verbraucherrecht gilt, und verklagen kann sie Sie nur an Ihrem Wohnsitz.
Meine Empfehlung Reagieren Sie schriftlich und nachweisbar, bevor die zweite Abbuchung kommt: Bestreiten Sie Vertrag und Mandat, verlangen Sie die Nachweise und den Auftraggeber, erklären Sie Widerruf, Anfechtung und Kündigung, widerrufen Sie jedes Mandat und fordern Sie die Löschung Ihrer Daten. Mit meinem Musterschreiben zur Deutschen Abonnementsysteme Ltd ist das fertig formuliert. Tragen Sie nichts in die Formulare auf abosysteme.com ein.
Die vier Schritte gegen die Abbuchung
Aus meiner Praxis mit dieser Serie empfehle ich diese Reihenfolge:
- Unterlagen sichern: Notieren Sie Datum, Betrag, IBAN und vor allem den vollständigen Verwendungszweck der Buchung, die Gläubiger-Identifikationsnummer und die Mandatsreferenz; Ihre Bank nennt sie Ihnen, wenn die App sie nicht zeigt. Das Kürzel im Verwendungszweck verrät, für welchen Anbieter eingezogen wurde. Überlegen Sie, ob es in den letzten Monaten einen Werbeanruf, einen zugeschickten Link oder ein Begrüßungsschreiben gab.
- Schriftlich an die Deutsche Abonnementsysteme Ltd: per E-Mail an die Adresse aus der Fußzeile der Website und per Einschreiben an die Londoner Registeradresse. Bestreiten Sie Vertrag und Mandat, verlangen Sie Nachweise und Auftraggeber, erklären Sie Widerruf, Anfechtung und Kündigung, widerrufen Sie das Mandat und fordern Sie die Löschung Ihrer Daten. Nutzen Sie weder den Checkout noch das Kontaktformular.
- Mit der Bank sprechen: Lassen Sie die Lastschrift zurückgeben und den Einreicher sperren. Prüfen Sie ältere Auszüge auf Telepass Services, Medienwerkzeuge, Axis Business Partners, Connectum Europe, Beinsa 14 oder Genau Services; in dieser Serie wandert das Mandat von Firma zu Firma.
- Den Vertrag dahinter angreifen: Sobald der Auftraggeber feststeht, richten Sie Widerruf und Kündigung auch an ihn. Mahnungen und Inkasso beantworten Sie mit Verweis auf Ihr Schreiben, ohne Anerkenntnis und ohne Raten; nur bei einem gerichtlichen Mahnbescheid müssen Sie innerhalb von zwei Wochen Widerspruch einlegen.
Screenshot der „About"-Seite: Firmennummer und Wohnadresse, mehr erfährt man über die Firma nicht.
Was Sie jetzt tun können:
- Musterschreiben herunterladen — fertiges Schreiben mit Bestreiten, Mandatswiderruf, Widerruf, Anfechtung und Kündigung für 39 €, sofort per E-Mail
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Dr. Christian Hoffmann
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Häufige Fragen zu Deutsche Abonnementsysteme Ltd
Bereit, die Sache ein für alle Mal zu klären?
Sie müssen sich nicht allein mit Deutsche Abonnementsysteme Ltd auseinandersetzen. Schreiben Sie mir kurz — ich schaue mir Ihren Fall an und sage Ihnen, wie wir am besten vorgehen.


