dateyard AG kündigen
Abbuchung von DYAG* oder dyag Premium? RA Dr. Hoffmann erklärt, wie Sie das dateyard-Abo kündigen, widerrufen und unberechtigte Zahlungen zurückfordern.
Wer sich auf einer der Dating- und Flirtseiten der dateyard AG anmeldet, erwartet zunächst eine kostenlose Mitgliedschaft. Dass daraus schnell ein kostenpflichtiges Abo mit automatischer Verlängerung wird, bemerken viele erst, wenn Abbuchungen vom Konto oder der Kreditkarte auftauchen, oder wenn bereits ein Inkassoschreiben im Briefkasten liegt. Als Anwalt, der regelmäßig Mandanten in genau dieser Situation vertritt, erkläre ich hier, wie das Geschäftsmodell der dateyard AG funktioniert, welche rechtlichen Ansatzpunkte bestehen und welche konkreten Schritte jetzt wichtig sind.
Die dateyard AG mit Sitz in der Schweiz betreibt eine Vielzahl deutschsprachiger Dating-Portale, die nach demselben Muster aufgebaut sind. Bekannte Beispiele sind richtigwild.de und casualfriends.de. Doch das Prinzip wiederholt sich auf allen Plattformen des Unternehmens.
Geschäftsmodell
Wie das Abo zustande kommt

Auf den Startseiten der dateyard-Portale wird mit Versprechen wie „Handgeprüfte Mitglieder für echte Kontakte" und „Finde ein Abenteuer in deiner Umgebung" für eine kostenlose Anmeldung geworben. Der Einstieg ist denkbar einfach: Geschlecht, E-Mail-Adresse und Geburtsdatum eintragen, E-Mail-Adresse bestätigen, Profil vervollständigen, fertig. Für viele Nutzer fühlt sich das wie die Registrierung für einen kostenlosen Dienst an.

Das Bild ändert sich, sobald man die Plattform tatsächlich nutzen möchte. Kernfunktionen wie das Lesen und Schreiben von Nachrichten oder das unverpixelte Anzeigen von Profilfotos sind nur in der kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaft verfügbar. Die dateyard AG bietet dafür verschiedene Laufzeiten an. Entscheidend ist ein Detail, das erst auf der letzten Bestellseite auftaucht: Im Kleingedruckten steht, dass sich die Mitgliedschaft am Ende der Laufzeit automatisch zum gleichen Preis um die gleiche Laufzeit verlängert, wenn nicht rechtzeitig (in der Regel 14 Tage vor Ablauf) gekündigt wird.

Genau diese Konstruktion ist aus rechtlicher Sicht angreifbar. Eine automatische Verlängerungsklausel, die nicht klar und hervorgehoben kommuniziert wird, sondern sich im Fließtext des Kleingedruckten versteckt, kann als überraschende Klausel nach § 305c BGB unwirksam sein. Denn was ein Vertragspartner vernünftigerweise nicht erwarten musste, wird nicht Vertragsbestandteil, und eine automatische Jahresverlängerung auf einer Plattform, die mit „kostenloser Anmeldung" wirbt, ist genau das.
Kontoauszug
Was hinter den Abbuchungsbezeichnungen steckt

Viele Betroffene erkennen die Abbuchungen im Kontoauszug zunächst nicht als Zahlungen an die dateyard AG. Das Unternehmen tritt bei Lastschriften und Kreditkartenbelastungen unter verschiedenen Kürzeln auf, die auf den ersten Blick nichts mit einer Dating-Plattform zu tun haben:
- DYAG* WWW.DYFAQ.COM CHE
- DYAG* CHE PREMIUM
- CHE DYARD AG
- www.DYARD.CH
- dyag premium
Das Kürzel „DYAG" steht für dateyard AG, „CHE" ist das Länderkürzel für die Schweiz. Wenn Sie also eine dieser Bezeichnungen in Ihrem Kontoauszug sehen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Abbuchung der dateyard AG im Zusammenhang mit einer ihrer Dating-Plattformen. Können die Beträge nicht eingezogen werden, folgen in der Regel E-Mails, in denen auf eine offene Zahlung hingewiesen und mit der Sperrung des Accounts gedroht wird.
Rechtliche Einordnung
Ist die Forderung berechtigt?
Ob eine Forderung der dateyard AG berechtigt ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Jeder Fall ist individuell zu prüfen. Es gibt jedoch mehrere rechtliche Ansatzpunkte, die gegen die Wirksamkeit des Vertrags oder zumindest gegen die Durchsetzbarkeit der Forderung sprechen können:
Button-Beschriftung (§ 312j BGB): Bei Online-Verträgen muss die Bestellschaltfläche gut lesbar mit „zahlungspflichtig bestellen" oder einer inhaltlich gleichwertigen Formulierung beschriftet sein. Fehlt diese klare Kennzeichnung oder ist sie nicht hinreichend deutlich, kommt kein wirksamer Vertrag zustande.
Transparenzgebot bei automatischer Verlängerung: Informationen über Laufzeit, Verlängerungsbedingungen und Gesamtkosten müssen dem Nutzer unmittelbar vor dem Bestellabschluss klar, verständlich und hervorgehoben mitgeteilt werden. Ein kleingedruckter Hinweis am Rand der Zahlungsseite genügt diesem Anspruch regelmäßig nicht.
Überraschende Klausel (§ 305c BGB): Verlängerungsklauseln, die für einen Durchschnittsnutzer nicht zu erwarten waren und nicht hinreichend transparent kommuniziert wurden, können unwirksam sein und werden damit nicht Vertragsinhalt.
Fehlender Kündigungsbutton (§ 312k BGB): Anbieter von Online-Abonnements sind seit dem 1. Juli 2022 verpflichtet, einen einfach zugänglichen Kündigungsbutton auf ihrer Webseite bereitzustellen. Fehlt dieser oder ist er nicht ordnungsgemäß implementiert, kann der Vertrag nach § 312k Abs. 6 BGB jederzeit und ohne Einhaltung einer Frist außerordentlich gekündigt werden.
Außerordentliche Kündigung (§ 627 BGB): Bei Diensten höherer Art, wozu auch persönliche Dienstleistungen wie Partnervermittlung oder Dating-Services zählen können, besteht unter bestimmten Voraussetzungen ein jederzeitiges Kündigungsrecht, das vertraglich nur eingeschränkt ausgeschlossen werden kann.
Wer Geld fordert, muss beweisen, dass ein wirksamer, kostenpflichtiger Vertrag zustande gekommen ist, und zwar mit Ihnen persönlich. Die bloße Behauptung, eine E-Mail-Adresse oder IP-Adresse sei gespeichert worden, reicht dafür in der Regel nicht aus.
Widerruf
Frist und Konsequenzen einer fehlerhaften Belehrung
Bei online abgeschlossenen Verträgen mit Verbrauchern besteht grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht nach §§ 355, 312g BGB. Diese Frist beginnt jedoch nur dann zu laufen, wenn der Anbieter ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht belehrt hat.
Hat die dateyard AG die Widerrufsbelehrung ganz weggelassen oder war sie inhaltlich fehlerhaft, erlischt das Widerrufsrecht erst 12 Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss (§ 356 Abs. 3 BGB). Konkret heißt das: Auch wer bereits länger als 14 Tage nach Vertragsschluss wartet, kann in solchen Fällen möglicherweise noch wirksam widerrufen.
Der Widerruf muss schriftlich erklärt werden. Da die dateyard AG ihren Sitz in der Schweiz hat, empfehle ich, das Schreiben per Einschreiben mit Rückschein zu versenden und die längeren Postlaufzeiten ins Ausland einzuplanen. Bewahren Sie den Einlieferungsbeleg unbedingt auf.
Es empfiehlt sich, in einem Schreiben sowohl den Widerruf zu erklären als auch, vorsorglich, die Kündigung auszusprechen. So decken Sie beide Szenarien ab, egal ob der Vertrag wirksam zustande gekommen ist oder nicht.
Inkasso-Eskalation
Von enDebito über Raimer bis Auer Witte Thiel
Wer nicht zahlt oder die Abbuchung bei der Bank zurückbucht, wird typischerweise mit einer Eskalationskette konfrontiert. Diese läuft bei der dateyard AG in den mir bekannten Fällen nach einem wiederkehrenden Muster ab:

Erste Stufe: enDebito collect & finance GmbH. Zunächst schaltet die dateyard AG das Inkassounternehmen enDebito collect & finance GmbH ein. In deren Schreiben wird behauptet, man habe kostenpflichtige Leistungen einer Online-Community der dateyard AG in Anspruch genommen. Aufgeführt werden Anmeldedatum, E-Mail-Adresse und der gebuchte Tarif. Neben dem angeblichen Mitgliedsbeitrag werden auch Mahngebühren und Bankkosten geltend gemacht, verbunden mit der Androhung, die Sache an eine Anwaltskanzlei abzugeben.
Für mehr Informationen zu den jeweiligen Unternehmen klicken Sie bitte auf den entsprechenden Kasten:

Zweite Stufe: Kanzlei Daniel Raimer. Reagiert man auf die enDebito-Schreiben nicht, erhalten Betroffene in manchen Fällen ein Schreiben der Kanzlei Daniel Raimer aus Düsseldorf. Darin wird erklärt, dass das Inkassounternehmen die Bearbeitung abgegeben habe und nun Rechtsanwalt Raimer beauftragt sei, die Forderungen für die dateyard AG gerichtlich durchzusetzen. Neben dem Mitgliedsbeitrag werden Inkassokosten verlangt.
Dritte Stufe: Auer Witte Thiel. Zum Teil erhalten Betroffene auch Schreiben der Rechtsanwälte Auer Witte Thiel aus München. Diese behaupten, die dateyard AG nunmehr anwaltlich zu vertreten, und fordern neben den Mitgliedsbeiträgen zusätzlich Bank-, Mahn- und Anwaltskosten. Auch hier wird mit gerichtlichen Schritten gedroht.
Wichtig zu wissen: Allein die Tatsache, dass ein Anwalt schreibt, macht eine Forderung nicht berechtigt. Die Beweislast dafür, dass ein wirksamer und kostenpflichtiger Vertrag geschlossen wurde, liegt weiterhin bei der dateyard AG. Nicht bei Ihnen.
Ihr Handlungspfad
Was jetzt konkret zu tun ist
Wenn Sie sich in einer der beschriebenen Situationen befinden, empfehle ich folgendes strukturiertes Vorgehen:
- Ruhe bewahren, nicht vorschnell zahlen. Drohende Formulierungen in Inkasso- oder Anwaltsschreiben sind oft darauf ausgelegt, schnelle Zahlungen zu provozieren. Eine Zahlung kann als Anerkennung der Schuld gewertet werden.
- Schriftlich kündigen und widerrufen. Erklären Sie beides in einem Schreiben an die dateyard AG: vorsorglich die Kündigung sowie den Widerruf. Versenden Sie das Schreiben per Einschreiben mit Rückschein und bewahren Sie den Beleg auf. Da das Unternehmen seinen Sitz in der Schweiz hat, planen Sie bitte längere Postlaufzeiten ein.
- Unberechtigte SEPA-Lastschrift zurückbuchen lassen. Eine autorisierte Lastschrift können Sie innerhalb von 8 Wochen nach Abbuchung bei Ihrer Bank zurückbuchen lassen. Handelt es sich um eine nicht autorisierte Lastschrift, also eine, zu der Sie keine wirksame Einzugsermächtigung erteilt haben, beträgt die Frist sogar 13 Monate.
- Inkasso- und Anwaltsschreiben nicht ignorieren, aber auch nicht zahlen. Widersprechen Sie der Forderung schriftlich. Fordern Sie die Gegenseite auf, den wirksamen Vertragsschluss nachzuweisen. Beachten Sie dabei: Die Beweislast für den Vertragsschluss liegt bei der dateyard AG.
- Bei gerichtlichem Mahnbescheid sofort Widerspruch einlegen. Erhalten Sie einen gerichtlichen Mahnbescheid, müssen Sie innerhalb von zwei Wochen schriftlich Widerspruch einlegen, andernfalls wird der Bescheid rechtskräftig und die Forderung vollstreckbar. Diese Frist ist absolut einzuhalten.
- Im Zweifel anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Spätestens wenn ein Mahnbescheid vorliegt oder gerichtliche Schritte konkret angedroht werden, sollten Sie sich anwaltlich beraten lassen.
Kündigung der dateyard AG
Worauf es ankommt
Eine ordentliche Kündigung der Mitgliedschaft bei der dateyard AG muss nach den AGB des Unternehmens schriftlich und mit einer Frist von 14 Tagen vor Ablauf der jeweiligen Vertragslaufzeit eingehen, um eine automatische Verlängerung zu verhindern. Da es sich um ein Schweizer Unternehmen handelt, empfehle ich, ausschließlich per Einschreiben mit Rückschein zu kündigen und den Einlieferungsbeleg zu dokumentieren. Wenden Sie sich an die Kanzlei, wenn Sie unsicher sind, welche Adresse korrekt ist oder ob Ihr konkreter Fall besondere Umstände aufweist. Vollständige Adressen und Versandwege für Kündigungs- und Widerrufsschreiben teile ich im Rahmen der Mandatsbearbeitung mit.
Falls der gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsbutton auf der Plattform fehlt oder nicht ordnungsgemäß funktioniert, besteht nach § 312k Abs. 6 BGB das Recht zur sofortigen fristlosen Kündigung, unabhängig von der vertraglich vereinbarten Laufzeit. Diesen Punkt prüfe ich in meiner Beratung regelmäßig mit.
Daneben kann in bestimmten Konstellationen eine außerordentliche Kündigung nach § 627 BGB in Betracht kommen, etwa dann, wenn es sich bei dem Dating-Dienst rechtlich um einen Dienst höherer Art handelt, der ein besonderes Vertrauen zwischen den Parteien voraussetzt.
Ignorieren oder bezahlen?
Beides ist in den meisten Fällen keine gute Idee — ich erkläre Ihnen, warum, und was der richtige Weg ist.
Wer Mahnungen und Inkassobriefe ignoriert, riskiert, dass aus einer zweifelhaften Forderung ein gerichtlicher Mahnbescheid wird. Ab dem Moment zählt nicht mehr, ob die Forderung berechtigt war, sondern nur noch, ob Sie rechtzeitig Widerspruch eingelegt haben.
Wer unter Druck zahlt, ohne die Forderung zu prüfen, finanziert im schlimmsten Fall unseriöse Anbieter. Außerdem signalisieren Sie mit einer Zahlung, dass Sie zahlungsbereit sind — und stehen schnell wieder auf der Liste für die nächste Rechnung oder eine ungewollte Vertragsverlängerung.
Welche Hilfe brauchen Sie?
Beide Wege sind erprobt und rechtssicher. Ich erkläre Ihnen transparent, welche Option für Ihren Fall sinnvoll ist.
| Leistung | Musterschreiben | Anwalt beauftragen |
|---|---|---|
| Forderung bestreiten | ✓ | ✓ |
| Vertrag kündigen | ✓ | ✓ |
| Rückforderung gezahlter Beträge | ✓ | ✓ |
| Anwalt übernimmt Kommunikation | — | ✓ |
| Anwaltsgeheimnis / Vertraulichkeit | — | ✓ |
| Keine Post nach Hause | — | ✓ |
| Preis | 39 € | 299 € |
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Dr. Christian Hoffmann
Seit über 10 Jahren bin ich als Rechtsanwalt spezialisiert auf Abo-Fallen, Inkasso-Abwehr und Verbraucherrecht. Ich habe bereits tausenden Betroffenen geholfen — diskret, unkompliziert und vollständig online, ganz ohne Termin vor Ort in Kiel.
Sie können sicher sein, dass ich mich auch für Sie mit voller Energie einsetze — mit transparenten Festpreisen ohne versteckte Kosten.
Das sagen meine Mandanten
Über 4.000 Bewertungen auf anwalt.de. Hier sind einige Stimmen von Menschen, denen ich helfen konnte.
Häufige Fragen zu dateyard AG
Bereit, die Sache ein für alle Mal zu klären?
Sie müssen sich nicht allein mit dateyard AG auseinandersetzen. Schreiben Sie mir kurz — ich schaue mir Ihren Fall an und sage Ihnen, wie wir am besten vorgehen.


